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— Erdbeben Papua Neuguinea —

Joël & Andrea Rominger
by Joël & Andrea Rominger

Nothilfe in Papua-Neuguinea



Es ist Montagmorgen. In den letzten Wochen hab ich Extrastunden an der Recepetion der Flugschule geleistet. Nun freue ich mich den Montag frei zu haben. Heute will ich mich endlich mal einem spannenden Onlinekurs widmen. Mit allem, was sonst noch gemacht werden muss, dauert dies dann doch länger und wird auf Nachmittag verschoben. Ich bin bei einer MAF-Familie zum Mittag eingeladen, die zuvor viele Jahre in Papua-Neuguinea (kurz nur PNG) arbeitete.



Nach dem Essen sehe ich einen unbekannten Anruf auf dem Handy und rufe zurück. Vaughan nimmt das Telefon ab, der MAF Nothilfekoordinator in Cairns. Ich habe schon bei einigen Leuten mein Interesse für einen Nothilfeeinsatz angebracht, aber es ist bisher nichts passiert. Vaughan kommt direkt zum Punkt: „Willst du mich ab morgen für zwei Wochen nach PNG begleiten? Wir brauchen noch Unterstützung in der Kommunikation. Der Flug geht morgen früh ab Cairns, du kannst bei uns im Gästezimmer übernachten. Na, bist du dabei?“ „Ehm - ja gerne!“ Ich bin freudig-aufgeregt und ein wenig überrumpelt.



Vier Stunden später habe ich die für PNG typische Meri-Bluse der Freundin, ein paar MAF T-Shirts, lange Röcke und Leggins, Wasserfilter, Laptop, Kamera mit Ersatzakku, Pass und das ausgedruckte Flugticket in meine beiden Rucksäcke gepackt und sitze im Auto. Joël fährt mich nach Cairns, wo wir noch was zusammen essen. Ich bin so aufgeregt, dass mir schlecht ist und ich nur zwei Brokkolistücke runterschlucken kann. Beim Koordinator angekommen, frage ich gleich, was denn meine Aufgabe sei. Ich hoffe, seine Antwort hilft mir zu verstehen, was ich tun soll und lindert dabei meine Aufregung. „Wir werden sehen, wahrscheinlich etwas mit Kommunikation. Bleib mal flexibel“. Naja, ein wenig beruhigt bin ich – also mal eher keine vordefinierten Erwartungen an meine Rolle.



DIENSTAG, 6. MÄRZ: ANREISE VON CAIRNS ÜBER PORT MORESBY NACH Mount HAGEN

Ich habe einigermaßen gut geschlafen und meine Aufregung verwandelt sich in Tatendrang. Von Cairns nach Port Moresby, der Hauptstadt des Inselstaates, fliegen wir mit Air Niugini. Ich schmunzle bei der Rechtschreibung der Airline. In der Landessprache (Tok Pisin) wird alles so geschrieben, wie man’s sagt. Praktisch. Von Port Moresby geht es weiter nach Mt. Hagen, wo wir von der Frau des Programmmanagers abgeholt und in unseren Compound (ein eingezäuntes Gelände) über den intakten Umweg gefahren werden. Dort darf ich ein kleines Studio beziehen und abends gibt’s ein leckeres Süßkartoffel-Hühnchen Gericht bei den Nachbarn.



ERSTER TAG: HILFSGÜTERFLÜGE UND RETTUNGSFLÜGE

Abgeholt werde ich um 6:50 Uhr. Wir fahren wieder den etwas längeren Weg zum Flughafen, wo sich auch alle Büros der MAF befinden. Ich suche mir einen Tisch, um meinen Laptop zu deponieren und frage mich, was jetzt kommen wird. Nicht lange und die Kommunikationsmitarbeiterin platzt ins Büro: „Super, dass du da bist! Kannst du auf der Base die Ankunft der drei evakuierten Patienten fotografieren?“ Nachdem alle Hilfsgüter aus dem Laderaum ausgeladen waren, stiegen drei durchs Erdbeben Verletzte in die Twin Otter, um in Mt. Hagen im Spital behandelt zu werden. Ich packe meine Kamera und laufe in Richtung MAF-Base, wo Güter zwischengelagert und Passagiere eingecheckt werden.



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Hilfsgüter bereit im MAF Lager in Mount Hagen
Hilfsgüter bereit im MAF Lager in Mount Hagen


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Planung der Hilfsgüterverteilung
Planung der Hilfsgüterverteilung


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Die Twin Otter ist mit ihrem Umkehrschub perfekt geeignet für die kurzen Pisten PNG's
Die Twin Otter ist mit ihrem Umkehrschub perfekt geeignet für die kurzen Pisten PNG's


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Hilfsgüter werden in die Twin Otter geladen
Hilfsgüter werden in die Twin Otter geladen


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Dieser Bub wurde von seinem Vater während dem Beben aus dem Haus getragen. Dabei ist der Vater mit Sohn umgefallen und der Kleine hat eine Wunde am Kopf davongetragen. Nun wurde er von der MAF zur ärztlichen Behandlung nach Mount Hagen geflogen.
Dieser Bub wurde von seinem Vater während dem Beben aus dem Haus getragen. Dabei ist der Vater mit Sohn umgefallen und der Kleine hat eine Wunde am Kopf davongetragen. Nun wurde er von der MAF zur ärztlichen Behandlung nach Mount Hagen geflogen.


Es ist ein spannender Tag: Neun Tage nach dem Erdbeben der Stärke 7.6 auf der Richterskala werden gleich drei Verletzte ins Spital nach Mt. Hagen gebracht. Ein Bub, eine schwangere Frau und ein taubstummer Mann, der seinen Ellbogen verletzt hat. Die Drei steigen mit ihren Begleitpersonen aus und werden zum Spital gefahren, wo in den nächsten Tagen etliche MAF-Mitarbeiter sie besuchen und sogar eine Restaurantbesitzerin ihnen täglich eine warme Mahlzeit vorbeibringt. Allen drei geht es nach einer Woche wieder gut und sie können mit einem Hilfsflug in ihre Dörfer zurückfliegen. Ich mache Fotos und frage unsere lokale Mitarbeitenden nach Informationen über die zerstörte Region, von der die Drei stammen.



Die Region im Hochland rund um den erloschenen Vulkan Bosavi liegt auf dem pazifischen Feuerring. Papua-Neuguinea ist einer der größten Inselstaaten der Welt, liegt nördlich von Australien und umfasst mehr als 1400 Inseln. Die Landschaft wird von einem Vulkangebirge durchzogen und ist daher sehr fruchtbar. Aber die wiederholten Erdbeben haben viel Angst und Zerstörung hinterlassen. Erdbeben sind wahrscheinlich und geschehen, wenn sich eine tektonische Platte unter die andere schiebt. Dies werden unsere Mitarbeiter den Menschen in den betroffenen, abgelegenen Dörfern in den nächsten Tagen oft erzählen müssen. PNG ist ein Entwicklungsland, wo auch der Aberglaube noch das Denken der Menschen bestimmt.



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Alle Passagiersitze in der Twin Otter entfernt - nun kann das Flugzeug wertvolle Hilfsgüter schlucken.
Alle Passagiersitze in der Twin Otter entfernt - nun kann das Flugzeug wertvolle Hilfsgüter schlucken


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Unter den Hilfsgütern ist vor allem Trinkwasser
Unter den Hilfsgütern ist vor allem Trinkwasser


Mission Aviation Fellowship ist in PNG seit mehr als 65 Jahren tätig. Das gibt der Organisation eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Die DHC-6 Twin Otter wird nach dem Rettungsflug wieder mit Hilfsgüter beladen und startet in Richtung Walagu und Huya, zwei Gras Landepisten in der Erdbebenregion.



Ein weiterer Pilot, Luke Newell, kommt von einem Hilfsgüterflug zurück und berichtet mir, wie er Erste Hilfe geleistet hat. Nachdem er Hilfsgüter ausgeladen hat, kommt ein Mann mit einer tiefen Wunde im Gesicht zu ihm. Luke nimmt rasch das Erste Hilfe Set, welches auf jedem MAF-Flug dabei ist, zur Hand und desinfiziert die Wunde. Mehr kann er momentan nicht tun: „Ich habe Mitleid mit den Menschen“.



KOMMUNIKATION UND KOORDINATION

Der Kontakt mit den australischen Verteidigungskräften (ADF) erweist sich als wichtig. MAF hat gerade nach dem Erdbeben einen Beobachtungsflug absolviert, wobei 200 georeferenzierte Fotos geschossen worden. Diese Fotos dienten den Australischen Kräften als Grundlage für ihre Planung. (Das erzählten sie uns ein paar Tage später). Man sieht deutlich die neuen Erdrutsche der Region, die zum Teil auch die Straßen verschütteten. ADF begann mit ihren drei Chinook Helikopter und ihrer Armeemaschine, einer Lockheed C-130 Hercules, Hilfsgüter in ihre Basisstation und von dort in die Erdbebenregion zu fliegen. Dies ist eine enorme Kapazität, pro Helikopterflug konnten bis zu 6 Tonnen Hilfsgüter transportiert werden! Wir waren also sehr dankbar für die Unterstützung der australischen Armee, die eine gesamte Woche Hilfsdienste flog.



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Durch das Erdbeben entstanden riesige Erdrutsche (Foto: Michael Duncalfe)
Durch das Erdbeben entstanden riesige Erdrutsche (Foto: Michael Duncalfe)


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Das Entladen eines Chinook Helikopters, wahrscheinlich in Huya. Die Landebahn ist von breiten Erdrissen durchzogen und hier für Flugzeuge vorerst nicht benutzbar. (Screenshot eines Clips vom Australischen Militär)
Das Entladen eines Chinook Helikopters, wahrscheinlich in Huya. Die Landebahn ist von breiten Erdrissen durchzogen und hier für Flugzeuge vorerst nicht benutzbar. (Screenshot eines Clips vom Australischne Militär)


Daher koordinieren wir weniger eigene Flüge. Zwei gute Freunde der MAF sind momentan in den betroffenen Dörfern stationiert. Anton und Sally sind zwei Missionare, welche die Region und Sprache bestens kennen. Auch Öl- und Minenfirmen helfen bei der Nothilfe kräftig mit. Sie sind diejenigen, welche Anton und Sally mit einem Helikopter von Dorf zu Dorf fliegen, damit sie die Situation einschätzen können. Die beiden geben uns jeweils am Ende des Tages die aktuellsten Neuigkeiten durch. Wer braucht Essen, wer Wasser, wer ein Dach über dem Kopf. Ist Angst vor neuen Beben ein zentrales Thema? Die beiden leisten ganze Arbeit und kümmern sich um die Menschen mit vollem Einsatz.



Ich sammle also die Informationen von den beiden. Dazu kommt, dass MAF in PNG ein Funknetzwerk (CRMF) betreibt, und Mitarbeitende in jedem Dorf stationiert hat. Auch CRMF liefert mir aktuelle Informationen. Ich trage also diese überlebenswichtigen Updates zusammen in einer Excel Tabelle und schicke sie an alle möglichen Adressen von Partnerorganisationen. Es sollen alle wissen, wie es wirklich aussieht und wer welche Hilfe wo braucht.



NACH VIER TAGEN ARBEIT GEHEN WIR ZUR KIRCHE

Endlich ein richtiges kulturelles Erlebnis. Ich habe mich darauf gefreut, zu Fuß aus dem Compound zu laufen und mich unter die Menschen zu mischen. Zwei andere MAF-Frauen gehen mit mir zur Kirche. Wir laufen 10 Minuten an einem Feld vorbei auf einer leicht ansteigenden asphaltierten Straße, dann biegen wir rechts in ein Kirchengelände ein. Dort entsteht gerade ein größeres, neues Versammlungsgebäude. Es scheint schon fast fertig zu sein. Wir gehen über einen Parkplatz mit fünf Autos, am neuen Gebäude vorbei in das alte Kirchengebäude. „Sie wollen wahrscheinlich ganz fertig bauen, bis wir da drin Gottesdienst feiern“, sagt meine amerikanische Kollegin. Wir gehen bewusst erst nach dem Singen zur Kirche, weil ihr das Singen zu laut ist. Im Holzgebäude angekommen, setzen wir uns auf die Holzbank ganz hinten im Raum.



Etwa 200 Papua Neuguineer und Neuguineerinnen sitzen auf Plastikstühlen und Holzbänken und lauschen gespannt der Predigt. Der Pastor erzählt etwas über Psalmen. Der gebürtige Papua Neuguineer spricht Tok Pisin. Dies ist die landesweite Sprache wie etwa Hochdeutsch in der Schweiz. Am Schluss noch ein englisches Lied, das mit viel Herz gesungen wird. Wie das Lied gesungen wird und die kräftigen Stimmen der Leute gefallen mir sehr gut. Dann ist der Gottesdienst zu Ende. Nachdem wir 20+ Hände geschüttelt und allen Hallo gesagt haben, verlassen wir das Holzgebäude. Hoffentlich können sie bald ins größere Haus nebenan einziehen.



Wenn das Internet funktioniert, kommen immer wieder neue Informationen über die Dorfzustände im Erbebengebiet ein. Das Arbeiten geht also auch am Sonntag weiter.



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Beladen der Mike Alpha Hotel in Mt. Hagen
Beladen der Mike Alpha Hotel in Mt. Hagen


HILFSGÜTERFLUG NACH FUMA

Dank den australischen Helis und der Kräfte vor Ort, wurden in der letzten Woche weniger MAF-Hilfsgüterflüge absolviert. Das Programm ist auch so schon ausgelastet. Trotzdem ergibt sich die Möglichkeit für mich, einen Hilfsgüterflug nach Fuma zu begleiten. Ich freue mich! Endlich sehe ich wie PNG auf dem Land und in der Erdbebenzone aussieht. Der Pilot Mike ist anfangs fünfzig und hat ein freundliches Gesicht, das Gelassenheit ausstrahlt. Wir steigen ein, ich darf auf dem Copiloten-Sitz Platz nehmen und durch den Kopfhörer den Funk mithören. Die Cessna 208 („Caravan“) trägt uns mit etwas mehr als 600 Kilogramm Reis, Thunfisch und anderen Hilfsgütern sicher durch das tropische Hochland von Papua.



Hier sei das Wetter das Hauptproblem, meint Mike. Bald nach Mittag stauen sich Gewitter an den Berghängen an und die Wolken regnen sich aus. Wir fliegen den weißen Wolkenwänden entlang und erhaschen ein paar Blicke auf die erneuten Erdrutsche, welche die Nachbeben verursachten.



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Nachbeben lösen weitere Erdrutsche aus, die die Flüsse der Region weiter verdrecken
Nachbeben lösen weitere Erdrutsche aus, die die Flüsse der Region weiter verdrecken


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Ein verschmutzter Fluss und die Landebahn von Fuma
Ein verschmutzter Fluss und die Landebahn von Fuma


Als wir landen, erzählt mir die Bodenperson von MAF: „Trinkwasser ist unser Hauptproblem. Der Fluss ist verschmutzt, in dem wir normalerweise Geschirr und uns selber waschen.“ Darum bringen wir unter anderem auch Trinkwasserflaschen, die Spende einer internationalen Schule. Aber das ist natürlich nur vorübergehend. Andere Dörfer erhalten ein Regenwasser-Sammelsystem, damit das Trinkwasser selbst gesammelt werden kann.



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Beim Ausladen der Hilfsgüter helfen die Jungs und Männer gerne mit
Beim Ausladen der Hilfsgüter helfen die Jungs und Männer gerne mit


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Alle haben hinter der Hecke gewartet, bis unser lokaler MAF-„Agent“ das Kommando zum Ausladen gab
Alle haben hinter der Hecke gewartet, bis unser lokaler MAF-„Agent“ das Kommando zum Ausladen gab


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Mit dieser Transportkette gelangen die Hilfsgüter rasch aus dem Bauch der Caravan
Mit dieser Transportkette gelangen die Hilfsgüter rasch aus dem Bauch der Twin Otter


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Die Knaben schleppen Wasser, während die Mädchen hinter der Hecke erwartungsvoll auf die Hilfsgüter warten
Die Knaben schleppen Wasser, während die Mädchen hinter der Hecke erwartungsvoll auf die Hilfsgüter warten


Gerne hätte ich noch mehr über das Dorf erfahren. Haben sie einen Brunnen? Latrinen? Wie läuft das Leben ab? Viele Fragen bleiben ungeklärt. Die Bewohner leben in einfachen Hütten und bauen Gemüse an. Hier in Fuma sieht es nicht so schlimm aus wie in anderen Dörfern, wo Gärten zerstört und Häuser eingestürzt sein sollen. Die Tatsache, dass die Menschen auf fruchtbarem Land anbauen, lässt mich aufatmen. Das Hochland besteht aus Vulkangestein. Da wächst vieles sehr schnell.



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Die allermeisten Dörfer sind komplett abgeschnitten von Strassen. Daher ist MAF oft die einzige Lebensader für diese abgelegenen Orte. Nicht nur bei Hilfsgüterlieferungen wie hier (Reis), sondern auch wenn medizinische Notfälle evakuiert werden müssen.
Die allermeisten Dörfer sind komplett abgeschnitten von Strassen. Daher ist MAF oft die einzige Lebensader für diese abgelegenen Orte. Nicht nur bei Hilfsgüterlieferungen wie hier (Reis), sondern auch wenn medizinische Notfälle evakuiert werden müssen.


Nach ein paar Minuten ist schon alles ausgeladen und ich konnte ein paar Fotos schießen. Mike will sofort wieder gehen. „Hast du, was du brauchst?“ fragt er mich. Ich nicke, mache noch zwei, drei Fotos und ein Video von einem winkenden Piloten, dann steigen wir ein und sind Geschichte. Mehrere Gewitter liegen auf unserem Heimweg. Wir suchen uns einen Weg durch die Wolken, an den dichtesten Wolken vorbei. Nach ein paar nebligen und rüttelnden Momenten drehen wir nach rechts ein und ich sehe schon die Landebahn von Mt. Hagen. Wir landen sanft und „täxelen“ im Regen vor den MAF-Hangar. Ich bin dankbar, durfte ich auf den Nothilfeflug mit und das ganze einmal hautnah erleben.



PNG – SCHWIERIGES TERRAIN FÜR PILOTEN

Mike hat mich sicher wieder zurückgebracht. Es beruhigt mich zu wissen, dass MAF in PNG nur erfahrene Piloten einsetzt. Dieses Land ist das anspruchsvollste Terrain zum Fliegen, besonders aufgrund der schnell wechselnden Wetterlagen und der vielen Bergen. Darum dürfen hier nur erfahrene Piloten fliegen, also ab circa 1000 Flugstunden. Ich bin dankbar für die qualitativ hochstehenden Checks und Standards, die MAF entwickelt hat und auf der ganzen Welt durchführt. Joël hat noch einiges an Prüfungen und Checkflügen vor sich, wie jeder andere Pilot eben auch. Wenn ich an die tropischen Regenfälle, Wolkentürme und die vielen Berge zurückdenke, weiß ich, dass dies nötig ist. Denn: Sicherheit ist beim Fliegen das Allerwichtigste.



WIE WEITER?

In der zweiten Woche übergeben wir die Koordination dem Welternährungsprogramm (WFP) und der OCHA (Koordinationsstelle der UN). Intern übergeben wir unsere Arbeit zwei MAF-Mitarbeiterinnen, welche in der Flugplanung tätig sind. Wir haben sie während den letzten zwei Wochen entlastet, sie hätten die Koordination für Nothilfe obendrein nicht auch noch bestreiten können. Es motiviert mich, mit diesem hoch qualifizierten Team zu arbeiten.



In der zweiten Woche übergeben wir die Koordination dem Welternährungsprogramm (WFP) und der OCHA (Koordinationsstelle der UN). Intern übergeben wir unsere Arbeit zwei MAF-Mitarbeiterinnen, welche in der Flugplanung tätig sind. Wir haben sie während den letzten zwei Wochen entlastet, sie hätten die Koordination für Nothilfe obendrein nicht auch noch bestreiten können. Es motiviert mich, mit diesem hoch qualifizierten Team zu arbeiten.



Nun hoffe ich, dass MAF die nächsten Wochen Flüge übernehmen kann, wenn die australische Armee weg ist. Ich hoffe auch, dass die Nothilfe in bedürftige Hände gelangt und es keine doppelten Hilfslieferungen gibt. Und, dass die Menschen bald wieder ihrem gewohnten Alltag nachgehen können und ihre Angst vor weiteren Beben ablegen können.



Weiterführende Links zu Zeitungsartikel, Radiointerviews zum Erdbeben

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